Sitzungsbericht vom 29.03.2018

Vergabe der Sanierungs- und Umbauarbeiten für die Gebäude Kirchplatz 2 und 3

Aus der Sitzung des Gemeinderates vom 29.03.2018

Vergabe der Sanierungs- und Umbauarbeiten für die Gebäude Kirchplatz 2 und 3

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 18. Januar beschlossen, die Ausschreibung für die Sanierung bzw. den Umbau der Gebäude Kirchplatz 2+3 vornehmen zu lassen. In der Sitzung am 22. März sollte die Vergabe für die Sanierung bzw. dem Umbau der beiden Kirchplatzgebäude vorgenommen werden. Jedoch ergaben sich durch einen Abstimmungstermin mit dem Landesamt für Denkmalpflege neue Umstände, durch welche eine Vergabe und ein Beginn der Sanierungs- und Umbauarbeiten momentan als nicht mehr vertretbar erscheinen. Mit der bisherigen Planung sollten die denkmalhistorisch wertvollen Gebäude eine nachhaltige und angemessene Nutzungsmöglichkeit erfahren. Um den besonderen Aspekten der beiden Gebäude gerecht zu werden, wurde eigens ein in der Denkmalsanierung renommiertes Architekturbüro hinzugezogen.  Der Gemeinderat hat zu diesem Tagesordnungspunkt mit der interessierten Bürgerschaft die Gebäude vor Ort in Augenschein genommen. Herr Ziegler vom Architekturbüro Aedis stellte den momentanen Sachstand des Verfahrens dar und zeigte an den Gebäuden die strittigen Punkte auf.  Die Planung des Architekturbüros Aedis sieht vor, im Gebäude Kirchplatz 2 insgesamt 6 seniorengerechte Wohneinheiten zu schaffen und im Gebäude Kirchplatz 3 über eine neue Außenerschließung drei Wohneinheiten zu ermöglichen. Um einen guten Wohnstandard zu ermöglichen, sollte soweit möglich und denkmaltechnisch vertretbar eine Außendämmung an die Gebäude angebracht werden. Eine Außendämmung war deshalb auch Bestandteil des genehmigten Bauantrags. Lediglich am Gebäude Kirchplatz 2 wurde wegen des gewollten Erhalts der Fachwerkfassade auf eine Außendämmung verzichtet. Daneben ist für das Dach eine Aufsparrendämmung vorgesehen, wodurch sich das Dach etwas nach außen erweitert.  Im Rahmen der nach der Baugenehmigung als Nebenbestimmung vorgesehenen Detailabstimmung will das Denkmalamt nun der Außendämmung derzeit wohl nicht zustimmen, sondern erachtet einen 4cm dicken Wärmedämmputz als passende Lösung. Ebenso sieht das Denkmalamt auch eine Aufsparrendämmung im Dach kritisch. Nach Berechnung des Büros Aedis würden mit einem 4cm starken Wärmedämmputz als alleinige Wärmedämmmaßnahme das Gebäude Kirchplatz 3 noch nicht einmal dem Standard eines Gebäudes aus dem Jahr 1970 entsprechen. Auch der Mindestwärmschutz nach DIN 4108 wäre nicht erreicht. Angesichts der hohen Investitionskosten erscheint ein derart geringer energetischer Standard nicht vertretbar. Deshalb wurde als Alternative auch die Möglichkeit einer Innendämmung betrachtet, die ebenfalls akzeptable energetische Werte erreichen würde. Allerdings ist eine Innendämmung bauphysikalisch gerade an den nördlichen und westlichen Fassaden wegen den Witterungseinflüssen riskant. Bei einer Innendämmung sollten zudem beispielsweise möglichst keine Möbel vor die Dämmung gestellt oder Bilder aufgehängt werden. Auch ein falscher Anstrich bei Renovierungsarbeiten würde zum vollständigen Versagen des Dämmsystems führen. Deshalb wird gerade in Mietobjekten, soweit möglich, regelmäßig von einer Innendämmung abgeraten. Mit einer Innendämmung wären zudem sowohl ein Wohnraumverlust als auch eine deutliche Kostensteigerungen einhergehend. Eine Innendämmung wird deshalb nur bei dringenden Gründen und möglichst nur an der Süd- und Ostfassade empfohlen. Beim Kirchplatz 2 ist eine Innendämmung lediglich wegen des gewollten Erhalts der Fachwerkfassade an der Ost- und Südseite vorgesehen. Auch die beim Dach vom Denkmalamt wohl bevorzugte Zwischensparrendämmung verursacht eine Kostensteigerung, die allerdings nicht ganz so erheblich ist. Jedoch wird dadurch aber ebenfalls die Wohnraumfläche reduziert, was insbesondere beim Gebäude Kirchplatz 2 als kritisch gewertet wird.Derzeit besteht somit keine Zustimmung des Denkmalamtes für die bisherige Planung, mit der neben den denkmalhistorischen Aspekten auch ein bestmöglicher Wohnstandard ermöglicht werden sollte. Durch die definierten Anforderungen des Denkmalamtes ist darüber hinaus die bisherige Werkplanung in wichtigen Bestandteilen obsolet.Deshalb empfiehlt das Architekturbüro die Ausschreibung vollständig aufzuheben und das Projekt vorläufig ruhen zu lassen, bis Einigungen mit dem Denkmalamt hinsichtlich der Wärmedämmungsmaßnahmen sowie ein von allen Seiten unterstütztes Sanierungskonzept vorliegen. Durch den schlechten Gebäudezustand beim Gebäude Kirchplatz 3 wäre es empfehlenswert, einen bzw. den einzigen Rohbauer aus der Ausschreibung zu beauftragen, um weitere Schäden am Gebäude zu verhindern.Der Rohbauer könnte darüber hinaus auch bereits (Rückbau-)Leistungen erbringen, was Voraussetzung dafür wäre, um die sehr kostenintensiven Stuckateurleistungen genauer ermittelt können.Daneben wäre zu prüfen, ob auch bei den Zimmererleistungen ein Rückbau vorgenommen werden müsste.Sofern eine gemeinsame Lösung mit dem Denkmalamt gefunden werden kann, könnten anschließend die kostenträchtigen Gewerke Zimmerer und Stuckateur ausgeschrieben werden. Dies hätte den Vorteil, dass zur Vergabe für einen Großteil der Leistungen Kostensicherheit bestehen würde.Sollten hingegen keine akzeptablen Lösungen mit dem Denkmalamt gefunden werden, wären die Leistungen jedoch entbehrlich gewesen.Insgesamt muss leider festgehalten werden, dass die Planungen nach derzeitigem Stand nicht in der bisher angedachten Form realisiert werden können. Dadurch wird einerseits aus Sicht des Architekturbüros derzeit kein zufriedenstellender Wohnstandard beim Gebäude Kirchplatz 3 erreicht und es besteht andererseits der gegebenenfalls erforderlichen Planänderungen keine Kostensicherheit bei den Vergaben. Deshalb wurde vom Gemeinderat einstimmig beschlossen die gesamte Ausschreibung aufzuheben. Um Sicherungsmaßnahmen durchführen zu können und um den Umfang für Stuckateursleistungen ermitteln zu können, wurde die Verwaltung ermächtigt, die Rohbaumaßnahmen zu beauftragen. Darüber hinaus beschloss der Gemeinderat, die weiteren Leistungen zur Sanierung beziehungsweise den Umbau der Kirchplatzgebäude ruhen zu lassen, bis Einigungen mit dem Denkmalamt hinsichtlich der Wärmedämmungsmaßnahmen sowie ein von allen Seiten unterstütztes Sanierungskonzept vorliegen.

Erlass einer Satzung nach § 8 des Ladenöffnungsgesetzes
hier: Verkaufsoffene Sonntage anlässlich der Gewerbeschau am 15.04.2018, am 08.07.2018 und anlässlich der Löchgauer Kirbe am 04.11.2018

Am 15.04.2018 und 08.07.2018 finden die Gewerbeschauen in Löchgau und am 04.11.2018 findet in Löchgau die traditionelle Kirbe statt. Anlässlich dieser Veranstaltungen sollen die Geschäfte von 12.00 Uhr – 17.00 Uhr geöffnet sein. Nach den Bestimmungen des Gesetzes über die Ladenöffnung in Baden-Württemberg dürfen abweichend von § 3 Abs. 2 Nr. 1 Verkaufsstellen aus Anlass von örtlichen Festen, Märkten, Messen oder ähnlichen Veranstaltungen an jährlich höchstens drei Sonn- und Feiertagen geöffnet sein. Die Gemeinde als zuständige Behörde bestimmt diese Tage und setzt die Öffnungszeiten fest. Die Ladenöffnung darf fünf zusammenhängende Stunden nicht überschreiten und muss spätestens um 18 Uhr enden. Diese Kriterien sind bei dem Antrag des Bund der Selbständigen Löchgau e.V. erfüllt. Die zuständige Behörde bestimmt diesen Tag und setzt die Öffnungszeiten fest. Es soll das Offenhalten von Verkaufsstätten im gesamten Gemeindegebiet zugelassen werden. Dies in der Zeit von 12.00 bis 17.00 Uhr an allen drei vorgesehenen Terminen.  
Die Gemeinde Löchgau erlässt nach § 8 Abs. 1 und 14 Abs. 1 des Gesetzes über die Ladenöffnung in Baden-Württemberg (LadÖG) in Verbindung mit § 4 Abs. 1 der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg die in diesem Nachrichtenblatt abgedruckte Satzung über die Festsetzung jeweils eines Verkaufssonntages anlässlich der Gewerbeschauen am 15.04.2018, 08.07.2018 und der Löchgauer Kirbe am 04.11.2018. 

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