Der historische Dorfrundgang

„Die 1530 erstmals erwähnte Dorfummauerung ist in ihren noch erhaltenen Teilen ein anschauliches Beispiel für einen seltenen, massiv ummauerten Ortsetter, während Dorfgrenzen sonst nur mit Zaun und Hecke markiert wurden". – schreibt Ulrich Gräf in „Kunst- und Kulturdenkmale im Kreis Ludwigsburg". Die Untere Denkmalschutzbehörde bestätigte der Gemeinde 1983: „Die heute noch bestehenden Teile der Dorfummauerung,.... sind als Kulturdenkmal anzusehen, an deren Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht."

Ausgehend von dieser Dorfummauerung und dem persönlichen Einsatz bei der Restaurierung hat sich der Arbeitskreis „Dorfbild Löchgau" seit Anfang der 80er Jahre den vielen dorfbildverändernden Geschehnissen zugewandt, sie kritisch durchleuchtet und mit konstruktiven Anregungen und Vorschlägen begleitet. Gerade weil in den 60er- und 70er Jahren so vieles „ verloren ging", wollte der Kreis mit der Erarbeitung eines „Historischen Dorfrundgangs" auf das noch Verbliebene hinweisen und dies in den geschichtlichen Zusammenhang stellen.

Nachdem der Arbeitskreis selbst eine größere Summe zur Finanzierung bereitstellte, verschiedene private Investoren hinzukamen, übernahm die Gemeinde Löchgau die Restfinanzierung.

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Historischer Dorfrundgang (3,87 MiB)

Am 21. August 1993, zu Beginn des traditionellen Hasenropferfestes, konnte der Rundweg eingeweiht werden. Der auf 20 Tafeln begrenzte Dorfrundgang ist so angelegt, dass man, ausgehend von der Übersichtstafel am Rathaus, vorbei am neu geschaffenen Marktplatz, einen Gang um die ehemalige Dorfmauer herum, vorbei am alten Wetteplatz, Kelterplatz bis zum Kirchplatz machen kann. Außerdem ist ein Einstieg in den Rundgang von jedem Punkt aus möglich, wenn man den Tafelnummern und den Pfeilen der Gehrichtung folgt. Insgesamt hat der Weg eine Länge von ca. 2,4 Kilometer. Er führt an sämtlichen innerörtlichen Gasthäusern vorbei, die im Sommer mit ihren Gartenwirtschaften verlockende Rastpunkte sind. Besonders hinweisen darf man auf unzählige Kleinode links und rechts des Dorfrundgangs, die es für all jene zu entdecken gilt, die mit offenen Augen durch Löchgau spazieren gehen.

Als künstlerische Bereicherung des Ortskerns finden sich auch verschiedene Plastiken des hier wohnenden Bildhauers Prof. K.-H. Seemann oder der Abguss einer römischen Jupitergigantensäule vor der Kelter. Wer noch mehr Zeit aufbringen will, kann auch das Nagelmuseum an der Obere Straße 8 besichtigen, allerdings nur nach telefonischer Voranfrage.

Die sehenswerten Innenräume der evangelischen Peterskirche in der Ortsmitte sind nach Absprache mit dem Pfarramt zu besichtigen.

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